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Fahrradschlösser aus Textil? Das Start-Up texlock zeigt auf Kickstarter wie es geht

So schwer wie ein Sechserpack Wasser, so dick wie der Unterarm eines Grundschülers und am besten aus Stahl – diese Eigenschaften sollte ein Fahrradschloss nach bisherigem Verständnis mitbringen, damit der Zweiradfreund sein Gefährt sicher angeschlossen wähnt. Viel hilft also viel? Nicht unbedingt. Drei Gründerinnen aus Leipzig beweisen aktuell eindrucksvoll, dass Fahrradschloss auch ohne kiloschwere Metallkette oder unflexible Stahlbügel geht – sicher, leicht und schön aus Textil!

Alexandra Baum ist eine vielbeschäftigte Gründerin. Die junge Mutter von zwei Kindern hat 2016 mit ihren Mitstreiterinnen Suse Brand und Katja Käseberg ihr eigenes Start-up gegründet. Nach zwölf Jahren als externe Dienstleisterin im Bereich Forschung und Entwicklung der Textiltechnologie unter anderem für zahlreiche Automobil-Industrie-Zulieferer, fassten Baum und Brand vor drei Jahren den Entschluss, die eigene Vision zu verwirklichen. „Textilien sind in ihren Einsatzmöglichkeiten absolut unterschätzt. Wir glauben daran, dass Textilien, kombiniert mit innovativen Technologien, die Welt leichter, alltagstauglicher und smarter machen können. Dafür haben wir die Texlock GmbH gegründet“, so Baum auf die Frage nach ihrem inneren Antrieb.

Zwei Jahre dauerte die Entwicklungsarbeit ihres ersten Produktes: ein Seil, ein textiles Fahrradschloss, das ein völlig neues Segment im Bereich des Fahrradzubehörs eröffnet und erstmalig Sicherheit, Style und Leichtigkeit in einem innovativen Produkt verbindet. Der Weg, von der Machbarkeitsstudie über die Entwicklung erster Prototypen bis hin zum serienreifen Produkt, war steinig und von vielen Herausforderungen geprägt. „Wir verwenden Fasern, die sich auch in der Raumfahrt, der Automobilindustrie oder der Architektur bewährt haben und kombinieren diese auf völlig einzigartige Weise neu“, so Brand, die den Bereich Forschung und Entwicklung bei tex—lock verantwortet. „Auf diese Weise schaffen wir ein Seil, das sowohl feuer- als auch schnittfest ist“, so Brand weiter. Nach zahlreichen Belastungstests und der Erprobung immer neuer Materialkombinationen, ist heute ein Seil weltweit zum Patent angemeldet, das sowohl Handbrennern und Bolzenschneidern widersteht als auch Zugkräften von mehr als einer Tonne standhält. Dabei wiegt das Seil weniger als 500 Gramm pro Meter, fühlt sich angenehm weich an und ist von einfarbig bis kunterbunt in jeder erdenklichen Farbkombination herstellbar.

„Wir starten jetzt mit der Produktion unserer ersten Kleinserie und bauen den Vertrieb über eine Kickstarterkampagne auf“, sagt Katja Käseberg, die die Bereiche Marketing und Sales bei tex—lock verantwortet. „Wir sind enorm gespannt auf das Feedback am Markt und die ersten Kundenstimmen“, so Käseberg weiter. Die Anerkennung des Fachpublikums ist ihnen bereits sicher: Bei der Erstvorstellung ihres Schlosses auf der Eurobike 2016 war die Resonanz durchweg positiv. Auch die Experten von der Fachmesse ISPO 2017 waren begeistert. Dort wurde das tex-lock als Innovation für den BRANDNEW AWARD in der Kategorie Accessories nominiert.

Fahrradschlösser sind für die drei Gründerinnen nur eine mögliche Anwendung ihrer Technologie. Auch Ausrüstungsteile für den Outdoorbereich, die Sicherung von Booten oder industrielle Anwendungen sind perspektivisch denkbar. Die drei Gründerinnen haben verschiedenste Bereiche im Blick, in die ihr Produkt bestens passt und haben auch schon die nächsten Innovationsstufen entwickelt: „In zwei Jahren wollen wir die ersten smarten Anwendungen bis zur Serienreife gebracht haben“, erläutert Baum, „denn durch die Integration leitfähiger Fasern haben wir einzigartige Möglichkeiten das tex – lock Seil um smarte Funktionen zu erweitern.“

So. Und jetzt sagt noch mal einer, technische Innovation ist Männersache. Von wegen.

Weitere Informationen zu texlock findet ihr auf tex-lock.com. Wenn ihr mögt, könnt ihr das Projekt auf Kickstarter unterstützen.

Dieser Beitrag entstand zusammen mit dem Team von texlock. Text und Fotos sind uns zur Verfügung gestellt worden.
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