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Shut Up Legs trifft: Constantin Gerlach

Constantin Gerlach ist einer der bekanntesten deutschen Fotografen in der kleinen Nische der Fahrradszene. Mit seinen Fotos dokumentiert er diverse Fahrradveranstaltungen wie das „Red Hook Crit“ oder „Six Day Berlin“, er wurde aber auch schon für zahlreiche Kampagnen von Unternehmen wie „Rondo“, „Standert Bicycles“ oder „Brose Antriebstechnik“ gebucht. Für uns hat er ein paar Fragen im Rahmen unserer Shut Up Legs trifft-Serie beantwortet.

Shut Up Legs: Hallo Constantin. Für alle die dich noch nicht kennen, stelle dich doch mal kurz vor.

Hi, ich bin Constantin, Fotograf, Grafiker und Radfahrer aus Überzeugung. Trinke vermutlich mehr Kaffee als Wasser und, um der Monotonie entgegen zu wirken, auch gerne mal ausgesuchten Whisky. Ich bin großer Freund von echten Geschichten und Dingen, die aus Leidenschaft entstehen. Zudem Wahlberliner und ein Purist, der jederzeit die leisen den lauten Tönen vorzieht.

SUL: Wie bist du zur Fotografie gekommen. Gab es den einen Moment oder war es eine längere Entwicklung?

Das war eine längere Entwicklung. Angefangen hat das mit der Fotografie während meines Fachabis und begleitete mich dann durch meine Ausbildung und meinen ersten richtigen Job als Grafiker. Aber immer nur nebenbei und eher als Hobby. Nach drei Jahren hatte ich dann die Nase voll davon jeden Tag 10 Std. in einem Büro vor einem Bildschirm zu sitzen. Also den überbezahlten Job geschmissen, Sachen gepackt und ab nach Berlin um Fotografie zu studieren.

SUL: Fotografierst du auch analog? Wenn nicht, könntest du dir es vorstellen?

Zur Zeit leider nicht mehr so viel wie ich gerne würde. Ich habe mehrere analoge Kameras, unter anderem eine alte Hasselblad 500c/m und tatsächlich auch alles im Schrank, was ich zum Entwickeln von S/W Filmen brauche. Leider nimmt das Fotografieren mit Film doch sehr viel Zeit in Anspruch, wenn man es denn richtig machen möchte. Mal ganz zu schweigen vom finanziellen Aspekt. Hier mal was Persönliches aus der Vergangenheit.

SUL: Wenn du Fahrrad-Events fotografierst, packt dich dann nicht die Lust lieber aufs Rad zu steigen und mitzufahren?

Bei Events wie zum Beispiel Radrennen tatsächlich weniger, bei Foto-Produktionen in Teilen der Welt, in denen ich nie zuvor (auf dem Fahrrad unterwegs) war, definitiv!
Mitte des Jahres in Wales etwa, wo ich die aktuelle Kampagne für RONDO schießen durfte. Während ich den ganzen Tag in einem viel zu großen Auto auf viel zu schmalen Straßen mit viel zu vielen Kurven im Linksverkehr Locations abgefahren bin, durften meine Models durch die atemberaubenden Landschaften des Snowdonia Nationalparks radeln. Ich war nur ein bisschen neidisch…

SUL: Deine ersten Fotoprojekte drehten sich meist um Fixed-Gears. Mittlerweile sieht man dich immer öfters mit dem Rennrad. Was macht dir mehr Spaß?

Was mir mehr Spaß macht kann ich ehrlich gesagt gar nicht sagen. Ich habe nach wie vor beides und bin in der Stadt meist mit starrem Gang unterwegs. Das ist für mich nach wie vor das sinnvollste und auch spaßigste Rad für die Berliner Innenstadt. Wenn ich aber in den Bergen unterwegs bin, ziehe ich natürlich auf jeden Fall mein Rennrad vor! Für mich war das Fixie quasi die Einstiegsdroge, und mit der Zeit und dem Umfeld habe ich mich weiter zum Rennrad entwickelt. Ich glaube ich bin nicht der Einzige, dem es so erging. Hinzu kommt, dass ich mich ziemlich schnell langweile und eigentlich immer auf der Suche nach neuem „Quatsch“ bin, den man (auf dem Rad) anstellen kann. Ein gutes Beispiel dafür ist wohl mein zusammengezimmertes Reise-/Cross-Bahnrad mit dem ich 2014 die französische Nordseeküste abgefahren bin und das ich seitdem als Crosser nutze. Dass das Teil noch lebt, grenzt an ein Wunder. High Five an „8bar“ an dieser Stelle!

SUL: Dein letztes großes Projekt hieß „onthenorway“. Erzähl uns doch mal was es damit auf sich hat. Waren Fahrräder involviert?

Dieses mal war tatsächlich etwas mit vier Rädern involviert. Um genauer zu sein ein nagelneuer MINI Countryman. Im Vordergrund dieses Projekts aber steht ein ziemlich gewaltiges Land, das seines gleichen sucht: Norwegen. Dort waren wir im Mai mit besagtem MINI Countryman inkl. supersexy Dachzelt für 18 Tage auf einem Roadtrip, den wir gerne noch um ein paar Monate verlängert hätten. Wir, weil „onthenorway“ ein Projekt von mir und meiner „Partnerin-in-crime“, Laura Droße (ebenfalls Fotografin), ist. Und es wird definitiv einen zweiten Trip nach Norwegen geben, sowie weitere Reisen in nordische Länder, an denen unser Herz hängt. „onthenorway“ ist ein Wortspiel, dass die Herkunft des Wortes „Norway“ einbaut, was im Grunde soviel wie „unterwegs nach Norden“ bedeutet, und dadurch für uns für alle denkbaren skandinavischen und nordischen Reise- bzw. Projektziele in der Zukunft passt. Da wir beide Fotografen sind, sowie ich zusätzlich Grafiker und Laura zusätzlich Schreiberin, können wir uns bei „onthenorway“ gemeinsam so richtig austoben! Geplant sind zum Beispiel auch ein Buch und eine Ausstellung zum Projekt, hier freuen wir uns natürlich über Interesse und Anfragen!

SUL: Vielen Dank für das Interview und bis bald, Constantin!

Danke dir für dein Interesse an mir und meiner Arbeit. Bis bald.

Webseite: constantingerlach.de
Instagram: @der_gerlacher

Fotos: Constantin Gerlach

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