Journal

Auf den Spuren der L’Eroica durch Toskanas weiße Straßen

Die L’Eroica in Gaiole (Toskana) gehört zu einer der Radsport-Veranstaltungen an denen wir unbedingt noch teilnehmen möchten. Leider hat es zeitlich bisher noch nie geklappt mitzufahren und auch in diesem Jahr im Oktober wird es wieder nicht klappen. Daher haben wir die Gelegenheit genutzt, als wir auf unserer Tour durch Europa in der Toskana Station gemacht haben.

Statt der kompletten, heroischen 230km langen L’Eroica, haben wir uns dafür entschieden erstmal nur einen kleinen Teil der langen Strecke abzufahren. Man muss sich ja noch etwas aufheben, um einen Grund zu haben wieder in diese wunderschöne Landschaft zu kommen. Da wir aus Siena anreisten, starteten wir am südlichsten Punkt der Short-Route. Die Route ist 81km lang und führt über 35 km der so bekannten Strade Bianche.

Während bei der L’Eroica das Reglement bezüglich der Räder sehr streng ist, haben wir die freie Auswahl. Statt Stahlrenner mit Rahmenschaltung, Fußschlaufen & Wolltrikot können wir uns in Lycra auf Gravel-Bikes schwingen. Für die Schotterpisten bieten breitere Reifen einfach mehr Komfort und erhöhen so den Spaß auf dem Rad. So unsere Theorie, die mit den Traditionen bricht: Break the rules, but do it in style!

Also haben wir dem VPACE einen neuen Satz Laufräder verpasst. Genau genommen bestand unser Setup aus den neuen DT Swiss Gravel-Laufrädern, die wir euch neulich vorgestellt haben, und 42-mm breiten WTB-Reifen. Damit sollten die Schotterstraßen kein Problem darstellen.

Nun aber zurück zu unserer Tour. Vom Start weg geht es auf einer Schotterstraße direkt rein in den ersten Anstieg der auf 10km circa 250hm hinaufführt. Es ist nie wirklich steil an den Hügeln der Toskana, aber auch selten flach.

Über einen zweiten längeren Anstieg führt uns die gut ausgeschilderte Tour bis nach Radda in Chianti. Die Stadt liegt malerisch auf einem Hügel und hat wie die meisten Städte der Toskana einige schöne Gassen die es zu entdecken gilt.
Auf dem zentralen Platz vor der Kirche und dem Rathaus genießen wir den obligatorischen Mid-Ride-Espresso, denn Bella Italia, Kaffee und Radfahren gehören untrennbar zusammen.

Gestärkt geht es in den zweiten Teil der Schleife, an dem wir bei Kilometer 44 den höchsten Punkt der Short Route erreichen. Von hier ab liegen nur noch 2 kürzere Anstiege und der reguläre Startort Gaiole vor uns. Zunächst müssen wir aber wieder nach Radda, um den nördlichen Teil der „Acht“ zu schließen.

In einer Abfahrt passieren wir die kleine Siedlung Vertine, die eine Verschnaufpause rechtfertigt. Eine wunderschöne Bar lädt zum Verweilen ein oder man wirft einen Blick auf die engen Gässchen dahinter.

Die Stadt Gaiole ist im Frühsommer nicht sonderlich spektakulär, nur ein Denkmal weißt auf die L‘Eroica hin. Vermutlich braucht man in Gaiole den Flair der Veranstaltung im Herbst mit allen Verköstigungsständen und den vielen L‘Eroica-Teilnehmern in ihren Vintage-Outfits.

Also fahren wir direkt weiter und nehmen die Abzweigung zum Castello di Brolio. Nach einem gleichmäßigen Anstieg führen die letzten Höhenmeter über eine parkartig angelegte Zufahrtsstraße zum Castello. Von hier hat man einen herrlichen Blick über die Hügel der Toskana in Richtung Siena.

Wir haben unsere Route so gelegt, das wir nun nur noch eine Abfahrt vor uns haben und nach einem erlebnisreichen Tag zum Auto zurück rollen können.
Unser Fazit zu dieser etwas anderen L‘Eroica: Es muss nicht immer Stahl und Wolle sein. Manchmal tun es auch Titan und Mikrofaser.